17 & 18 Apr 15 // Wie plant die Planung? // HU Berlin

Wie plant die Planung? Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die räumliche Planung

Symposium am 17. und 18. April 2015  der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft in Berlin

Mit einem zweitägigen Symposium soll ein kulturwissenschaftlicher Blick auf die räumliche Planung erfolgen. Die beiden Veranstalter und Organisatoren Jan Lange und Jonas Müller, zwei an räumlicher Planung interessierte Masterstudierende der Europäischen Ethnologie, möchten eine von ihnen gesehene Leerstelle des Faches in Bezug auf Planung füllen. Denn ihrer Ansicht nach könnte eine empirische, kulturwissenschaftliche Perspektive auf Planung lohnenswert. Hierbei soll durch einen dynamischen und akteursorientierten Zugang die konkrete Praxis im Fokus stehen und u.a. Fragen und Diskussionen über Planungskulturen, Kommunikations- und Übersetzungsprozesse in der Raumplanung, planerische Alltagspraktiken oder den Umgang mit der zunehmenden Fragmentierung des Raums in Stadt und Region anregen.

Spätestens seit den zivilgesellschaftlichen Protesten und öffentlichen Auseinandersetzungen um Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung bei Großbauprojekten wie Stuttgart 21 oder dem Tempelhofer Feld ist die Raumplanung als breites Thema wieder aktuell. Raumplanung wird hierbei zunehmend als Sphäre politischer Gestaltungsmacht aufgefasst. Die Debatte konzentriert sich auf die Instrumente der Planung, wobei seitens der Zivilgesellschaft vor allem die Forderung nach einem Mehr an direktdemokratischer Teilhabe und Niedrigschwelligkeit bei der Beteiligung in Planungsprozessen erhoben wird. Die Reaktionen aus dem Feld der Raumplanung selbst reichen hierbei von empathischer Fürsprache und der Forcierung kleinräumlicher und partizipativer Planung bis zur Abwehr unter Verweis auf den drohenden Verlust der Expertise und Gestaltungsmacht.

Die aktuellen Verschiebungen im Feld der Raumplanung bieten vielfache Anknüpfungspunkte für die empirisch arbeitenden Kulturwissenschaften. Gleichzeitig spielt die Raumplanung bzw. deren Praxis als Übersetzungsprozess zwischen Stadtentwicklung und urbanen Alltagen in entsprechenden Forschungen bisher lediglich eine randständige Rolle. Sofern die Raumplanung in Forschungsarbeiten thematisiert wird, bildet sie weniger den konkreten Gegenstand, sondern wird zumeist als Teil eines panoptischen Regimes und als Hintergrundfolie räumlicher Phänomene thematisiert.

Programm

Freitag, 17.04.2015

8:00 Anmeldung Tagungsbüro

8:30 Begrüßung und Eröffnung

  • Jonas Müller & Jan Lange
  • Wolfgang Kaschuba
  • Grußworte Humboldt-Universitäts-Gesellschaft

09:00 – 11:30 „Planungskulturen“

  • Meike Levin Keitel / Frank Othengrafen, Hannover: „Alltägliche Planungspraktiken und das planerische Selbstverständnis – eine planungskulturelle Annäherung“
  • Eva Maria Blum, Lissabon: „Planungskultur(en) in Portugal unter dem
    Druck von Krise und neoliberalen Politiken. Am Beispiel eines Stadtumbauprojekts im Großraum Lissabon 1999-2014“
  • Alexander Tölle, Słubice: „Europäisierung von Planungssystemen – Europäisierung gesellschaftlichen Planungsverständnisses? Das Beispiel Deutschland und Polen“
  • Mario Reimer, Dortmund: „Planung und Kultur: Ein schwieriges Verhältnis?“
  • Moderation: Jonas Müller, Jan Lange

11:30 Kaffeepause

11:45 – 13:30 „Methoden und Instrumente“

  • Heike Oevermann, Berlin: „Planungsprozesse in der Stadt: Die synchrone Diskursanalyse als Forschungsinstrument“
  • Felix Sternath, Wien: „Struktur und Handeln der planenden Verwaltung im Lichte der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie“
  • Hendrik Weiner, Hamburg: „Kollaborative Design-Projekte als Instrument ortsspezifischer Gestaltungs- und Entwicklungsprozesse“
  • Moderation: Jens Adam, Berlin

13:30 Mittagspause

14:30 – 16:10 „Planungspolitiken“

  • Franz Füg, Erkner: „Reflexive Regionalpolitik. Phasen im Verlauf einer sozialen Innovation in der Planung “
  • René Kreichauf, Wien: „Das Ende städtischer Schrumpfung und planerischer Postwachstumsstrategien? – Privatisierung, Entdemokratisierung, Kapital- und Eigentumsakkumulation in Bitterfeld und Detroit“
  • Ibo Ibrahim Bakari / Jan Luka Frey / Carsten Pieper, Weimar: „Plant die Planung den Raum für Alle? Der Wandel des öffentlichen Raums im Kontext von Privatisierung und Überwachung“
  • Moderation: Nikolai Roskamm, Berlin

16:10 Kaffeepause

16:30 – 18:10 „Partizipation in der Planung“

  • Franziska Becker, Konstanz / Sanda Hubana, Berlin: „Platz planen. Ethnologische Kompetenzen in der Sozialen Stadtentwicklung“
  • Tanja Klöti, Basel: „Kulturen der Partizipation zwischen Konflikt und Konsens. Widersprüche im Planungsverständnis zwischen partizipativer und sozial gerechter Stadtentwicklung in Schweizer Städten“
  • Christina Besmer / Ina Dietzsch, Basel: „Partizipative Stadtentwicklung jenseits von Power-Point-Viewing Communities?“
  • Moderation: Heike Oevermann, Berlin

Ab 18:15 Get-together

Samstag, 18.04.2015

08:30 Anmeldung Tagungsbüro

09:00 – 10:40 „Leitbilder, Konzepte, Pläne“

  • Nikolai Roskamm, Berlin: „Zur Genealogie eines Bebauungsplans. Von Innenstadtentlastungsbereichen, Autobahnanschlüssen und sonstigen Belästigungen“
  • Axel Schubert, Basel: „Wie gängige Planungsleitbilder eine gesellschaftspolitisch orthodoxe Wirkung entfalten“
  • Max Ott, München: „Wie, wer, was plant die Planung?“
  • Moderation: Oliver Ibert, Erkner

10:40 Kaffeepause

11:00 – 13:00 „Laut denken“

  • Henry Wilke / Magdalena Konieczek, Berlin: „Stadtplanung heute – Stadtplanung morgen. Eine Berufsfeldanalyse“
  • Nina Gribat, Berlin: „Selbstverständnisse von Planer_innen im Umbruch: eine Gegenüberstellung von Berufsbilddiskussionen“
  • anschließend: Diskussion
  • Anna Latsch, Frankfurt am Main: „“Nachbarschaft“ als Programm. Lokale Lebensrealitäten im „Quartier“ im Rahmen sozialer Entwicklungen und städtischer Planungen“
  • Felix Marlow, Berlin /Andreas Schneider, Ahrensburg / Robin Marlow, Göttingen: „Ko-laborative Erkundungen planerischer Praxen der Verwaltung“
  • Jonas Müller, Berlin: „Wie übersetzt die Planung? Begegnungszonen zwischen Verkehrsplanung, Fußgänger_innen und Straßenraum“
  • Yuca Meubrink, Hamburg „A tale of two blocks. Sozialräumliche Segregation als Produkt einer Stadtplanung für eine gerechtere Stadt“
  • Moderation: Lisa Frach / Gustav Lieberknecht, Berlin

13:00 Mittagspause

14:00 – 15:40 „Planungsprozesse /Raumproduktionen“

  • Valeska Flor, Bonn: „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Die Planung von Neu-Orten im rheinischen Braunkohlerevier“
  • Constanze Klotz, Hamburg: „Vom Versuch, Kreativität für die Stadt zu planen. Die IBA Hamburg“
  • Moderation: Jonas Müller, Jan Lange

15:10 Kaffeepause

15:30 Abschlussdiskussion und Ausblick

16:00 Get-together

Die Teilnahme ist kostenlos.

Humboldt-Universität zu Berlin // Unter den Linden 6 Hörsaal 1072 // 10099 Berlin

>> mehr Informationen HIER

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