12 & 13 Feb 15 // Schattenorte. Stadtimage und Vergangenheitslast // ZZF Potsdam

Schattenorte. Stadtimage und Vergangenheitslast

Tagung des Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam am 12.-13. Februar 2015

Die wegen des Bahnstreiks im November letzten Jahres abgesagte Tagung „Schattenorte. Stadtimage und Vergangenheitslast“ im Potsdam Museum, wird nun am 12. und 13. Februar 2015 stattfinden. Veranstalter ist das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam der Stadt Potsdam, das mit dieser wissenschaftlichen Tagung sowie den öffentlichen Begleitveranstaltungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit hochkarätigen Referenten das Thema der sogenannten „Schattenorte“ aufschließen und diskutieren möchte. Hierbei geht es um Stadtimages und  städtische Identitäten, die aus historischen Negativereignisse hervorgehen und die in Form einer mehr oder weniger kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte aktiv in die Vermarktung der Städte – Stichwort: „dark tourism“ – einbezogen werden:

Auch Städte haben Biographien. Sie verfügen über distinktive Images und sind zugleich Projektionsflächen und Stifter sozialer Identität, was sie voneinander unterscheidbar macht und ihnen Anziehungskraft für ihre Bürger wie für ihre Besucher verleiht. Nicht selten tragen sie aber auch historisch gewachsene Bürden, sind gar zu ikonographischen Verdichtungen einer grausamen Geschichte geworden.

Die verschiedenen Modi, mit den politisch oder gesellschaftlich als schmerzhaft oder auch peinlich empfundenen Belastungen von Städten umzugehen, stehen im Mittelpunkt dieses Workshops der gleichermaßen nach dem Handeln der Akteure wie nach den sie leitenden Verständigungscodes fragt: Wer prägt Stadtimages mit welcher Intention? Für welche Arten des Umgangs mit der Geschichte entscheiden sie sich – das Ausblenden, die Umdeutung, die kritische Auseinandersetzung oder die aktive Nutzung im Sinne eines „dark tourism“? Welche weiteren Faktoren, wie zum Beispiel kulturelle Paradigmenwechsel oder touristische Trends, schränken die Optionen der Akteure ein, beeinflussen das Image eines Ortes oder verändern es? Welche unterschiedlichen oder parallelen Strategien wählten die konkurrierenden Gesellschaftssysteme zwischen 1945 und 1989? Welche Folgen hatte die „kathartische Revolution“, die das „Bekenntnis zur Schande“ aus dem Negativimage einen „point of interest“ in der Navigation macht. Diesen Fragen will sich die Tagung sowohl im deutsch-deutschen als auch im internationalen Vergleich widmen.

PROGRAMM

Donnerstag, 12. Februar 2015

– BEGRÜSSUNG (15.30 Uhr)

– STADTIMAGES UND TOURISMUS (16.00 – 19.00 Uhr)

  • Ralph Richter, Erkner: Pluspunkte sammeln? Städtische Imagekonstruktionen vor und nach dem cultural turn in der Stadtforschung
  • Birgit-Katharine Seemann, Potsdam: Potsdam – die schöne Unsichtbare. Erzählungen eines Sehnsuchtsortes
  • Hanno Hochmuth, Potsdam: Dark Tourism in Berlin. Authentizität und Histotainment im gegenwärtigen Geschichtstourismus
  • Alexa Färber, Hamburg: Urbanes Imagineering – zum Verhältnis zwischen Stadtgeschichte und Stadtmarketing
  • Thomas Etzemüller, Potsdam: Imaginary Landscapes – (Stadt-)Landschaften als Projektionsräume sozialer Ordnungsvorstellungen
  • Moderation: Achim Saupe, Potsdam

– ÖFFENTLICHE ABENDVERANSTALTUNG: SCHATTENORTE. HISTORISCHE LASTEN UND STÄDTISCHE IMAGES (19.30 Uhr)

  • Begrüßung: Jann Jakobs
  • Vortrag: Martin Sabrow
  • Diskussion: Alexa Färber, Jann Jakobs, Martin Sabrow
  • Moderation: Irmgard Zündorf

Freitag 13. Februar 2015

– FALLBEISPIELE I (10.15 – 12.15 Uhr)

  • Sven Felix Kellerhoff, Berlin: Berlin – gebrochene Geschichte als Standortvorteil
  • Alexander Schmidt, Nürnberg: Von der verdrängten Last zum Tourismussegment? Der Umgang Nürnbergs mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit seit 1945
  • Günter Riederer, Wolfsburg: Verschweigen, Streiten, Erinnern – Über den Umgang mit Geschichte in der Stadt Wolfsburg nach 1945
  • Albert Feiber, München: Zwischen Vermarktung und Verdrängung. Der Obersalzberg im Schatten Adolf Hitlers
  • Moderation: Irmgard Zündorf, Potsdam

 – FALLBEISPIELE II (13.30 – 15.30 Uhr)

  • Anne Fuchs, Warwick: Zwischen Kontinuität und Diskontinuität: die Bombardierung Dresdens im kulturellen Gedächtnis
  • Andreas Ludwig, Potsdam: Wo die Zukunft Gegenwart war. Phasen der Selbstbeschreibung Eisenhüttenstadts
  • Silke Klewin, Bautzen: Weg vom »Gelben Elend« hin zu »Viele Türme – gute Aussichten«. Zu den Versuchen des Imagewandels der Stadt Bautzen
  • Justus H. Ulbricht, Dresden: Weimarer Erinnerungsversuche: Der Schatten des Ettersbergs und der Glanz der Klassik
  • Moderation: Peter Ulrich Weiß, Potsdam

– ÖFFENTLICHE PODIUMSDISKUSSION:  SCHATTENORTE IN DER MEDIALEN REPRÄSENTATION (16.00 – 17.00 Uhr)

  • Robert Thalheim (Regisseur, »Am Ende kommen Touristen« ,2007)
  • Birgit-Katharine Seemann, Potsdam
  • Judith Keilbach, Utrecht.
  • Moderation: Frank Bösch, Potsdam

Anmeldung zur Teilnahme an der Tagung bis zum 11. Febnruar 2015 an: Stefanie Eisenhuth, eMail: eisenhuth[at]zzf-pdm.de

Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte // Am Alten Markt 9 // 14467 Potsdam

>> mehr Informationen HIER / Flyer (PDF)

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