08 Dec 14 // Urban Ghettoes: Are Some Cities More Punishing than Others? // HU Berlin

Urban Ghettoes: Are Some Cities More Punishing than Others?

Vortrag von Mario L. Small beim Think & Drink Kolloquium am 8. Dezember 2014 // 18:00 Uhr

Im Rahmen des Think&Drink-Kolloquiums des Lehrbereichs Stadt- und Regionalsoziologie und des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung wird am kommenden Motnag, den 08. Dezember 2014 Prof. Mario Luis Small von der Harvard University referieren. Basierend auf Forschungsergebnissen aus Studien über Boston, New York, Houston und Chicago sowie demographischen Analysen großer Datenmengen quer durch alle US-amerikanischen Städte, befasst sich Small mit der Frage, ob die konventionellen Modelle das Ausmaß der Heterogenität von U.S.-Ghettos und seinen Konsequenzen für die alltäglichen Erfahrungen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner unterschätzt haben:

Am Ende des 20. Jahrhunderts wurde in den vorherrschenden Theorien über urbane Armut argumentiert, dass sich die U.S.-Ghettos zu isolierten Gegenden frei von Institutionen des Alltags und getrennt von der „Normalgesellschaft“ entwickelt hätten. Die Begriffe „social isolation“, „deinstitutionalization“ und „social disorganization“ charakterisierten dabei viele der in der Wissenschaft und in den Medien vorhandenen Beschreibungen armer Wohngegenden. Viele dieser Theorien stammten von Generationen von Forschenden der University of Chicago, die die Stadt Chicago als Labor benutzten, um die sich verändernden Bedingungen armer Wohngegenden zu untersuchen. Soziolog*innen wie William Julius Wilson, Robert Sampson, Loic Wacquant, Sudhir Venkatesh, Mary Pattillo und viele weitere entwickelten das beherrschende Denken über urbane Wohngegenden sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Diskurs. Um sicher zu gehen, wurden mehrere wichtige Studien mehreren Städte gewidmet, wie beispielsweise der Multi-City Study of Urban Inequality, der Welfare, Children, and Families: Three City Study und der Moving to Opportunity Study. In all diesen Studien war Chicago als eine der ausgewählten Städte vertreten. In der Tat ist Chicago dabei die am genauesten untersuchte Stadt in der amerikanischen Gesellschaft. Allerdings entwickelten keine der Bücher und Artikel, die auf diesen Studien basieren bisher ein theoretisches Modell zu der Frage, warum die Unterschiede zwischen den Städten zu unserer Vorstellung des „Ghettos“ beitragen könnten. In der öffentlichen Wahrnehmung bleibt das Chicagoer Ghetto der Archetyp.

Städte unterscheiden sich aber voneinander, ebenso wie deren arme Wohngegenden. Zum Beispiel haben einige der ärmsten Gebiete von New York City eine Bevölkerungsdichte von mehr als 100.000 Einwohner pro Quadratmeile, während viele der Gegenden in Chicago nach jahrzehntelanger Entvölkerung nur 20.000 Einwohner pro Quadratmeile aufweisen. Während die Robert Taylor Homes und Cabrini-Greene-Projekte von Chicago bleibende Bilder von Hochhäusern mit verfallenden Infrastrukturen hervorbrachten, bestehen die armen Wohnviertel in Los Angeles aus vielen Einfamilienhäusern mit Vorder- und Hintergärten. Die Unterschiede sind endlos. Die Konsequenzen daraus, die sich für Stadtentwicklung, Isolation, die Bildung und den Gebrauch von Netzwerken, sozialen Einrichtungen und anderen Bedingungen ergeben, bleiben noch unbekannt

Das Kolloquium findet in der Vorlesungszeit immer Montags von 18 bis 20 Uhr in Raum 002 des Instituts für Sozialwissenschaften statt.

Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Sozialwissenschaften // Universitätsstraße 3B // 10117 Berlin

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