14 Nov 12 // Metropolen des Südens // Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Metropolen des Südens: unregierbare Orte oder Labore der Demokratie?

Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin am Mittwoch, den 14.11.2012 // 19:00 bis 21:00 Uhr

In  Kooperation mit dem Inforadio des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichten Expert/innen über die Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen an der Politik der wachsenden Städte. Hierbei interessiert die Frage, wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Stadtplanung und der politischen Entscheidungsfindung vorkommen? Die als Sendung des RBB konzipierte Veranstaltung möchte außerdem in einem vorsichtigen Vergleich die politische Beteiligung von Menschen in deutschen Armutsquartieren beleuchten: Können die hiesigen Stadtplaner/innen und Quartiersmanager/innen etwas von der partizipativen Stadtentwicklung in den Metropolen des Südens lernen?

Das  21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Städte: Dort leben bereits heute weltweit deutlich mehr Menschen als auf dem Lande. Bis 2050 werden es voraussichtlich 80 Prozent sein, die sich dann vor allem in Millionenstädten und „Megacities“, also Metropolen mit über 10 Millionen Einwohnern, niedergelassen haben.

Diese wuchernden Städte gelten teilweise als unregierbar. Dies betrifft vor allem die Slums, die „neuen Orte der Armut“,  in denen immer mehr Bewohner/innen von unregelmäßigen Einkünften und ohne Wasser oder Kanalisation leben müssen. Allein in Sao Paulo wohnt ein Drittel der Bevölkerung – das sind drei Millionen Menschen – in sogenannten informellen Siedlungen. Aber auch andere Bevölkerungsgruppen in den großen Städten des Südens beteiligen sich wenig an der Politik oder werden von Machteliten ignoriert. Die neuen Zentren zerfallen bereits im Entstehen.

In der Sendung berichten Expert/innen über die Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen  an der Politik der wachsenden Städte.Die kreativen Versuche der Wohnbehörde von Sao Paulo, mit einer armen und wenig gebildeten Bevölkerung Slum-Aufwertung zu betreiben, werden ebenso thematisiert, wie die Überlebenskämpfe der Bewohner/innen von Makoko, dem schwimmenden Slum von Lagos in Nigeria.Es geht um politische Prozesse und gesellschaftlichen Zusammenhalt: Wie kommen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Stadtplanung und der politischen Entscheidungsfindung vor? Und wie bringen sie sich selbst ein?

Die Sendung wird am 2. Dezember um 11.05 Uhr im Inforadio des rbb ausgestrahlt.

Mit:

  • Fabienne Hoelzel (Wohnbehörde Sao Paulo, Programmkoordinatorin Stadtplanung)
  • Monika Umunna (Mitarbeiterin des Auslandsbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Lagos/Nigeria)
  • Elke Pahl-Weber (Professorin am Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin; Projektübergreifende Programmbegleitung „Future Megacities. Megastädte von morgen“)
  • Moderation: Sabine Porn (rbb-Inforadio)

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Heinrich-Böll-Stiftung // Schumannstr. 8 // 10117 Berlin

>> mehr Informationen HIER

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