07 Nov 12 // Öffentlichkeit. Die Stadt und ihre Plätze // Kunstverein Frankfurt

Öffentlichkeit. Die Stadt und ihre Plätze

Auftakt der Gesprächsreihe „Eine Stadt für alle?“ am Mittwoch, 7. November 2012 im Kunstverein // 19.30 Uhr

Die dreiteilige Gesprächsreihe „Eine Stadt für alle? wird im Rahmen des Verbundprojektes „Hochinklusiv! Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft“ der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrer 16 Landesstiftungen organisiert. Bei der in den kommenden ersten drei Novemberwochen immer Mittwochs stattfindenden Diskussionsrunden sollen aktuellen Themen der Stadtentwicklungspolitik diskutiert werden. Den Auftakt machen die Plätze der Stadt, ihre Gestalt(ung) und die Frage, wie die Öffentlichkeit der Stadt an ihnen erfahrbar wie auch repräsentiert wird:

Die öffentlichen Räume einer Stadt sind die Spielwiesen des öffentlichen Lebens. In ihnen werden Dichte und Urbanität erfahrbar. Dabei vermittelt der öffentliche Raum zwischen einer Vielzahl von Funktionen, wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur oder Freizeit. Vor allem aber vermittelt er zwischen einer Vielzahl von Menschen, die sich – unterschiedlich stark – im öffentlichen Raum exponieren und sich dort als Fremde begegnen. In einem emphatischen Sinne von „Öffentlichkeit“ kann man sagen, dass dort Gesellschaft in ihrer Differenz und Vielfalt erfahrbar wird. Großstadt bedeutet deshalb immer auch, dass man aus dem Haus gehen kann und Menschen begegnet, die anders aussehen und sich anders verhalten als man selbst.

Jedoch steht dieser idealistischen Beschreibung öffentlicher Räume als moderne Katalysatoren für Integration qua Zugang aller zu denselben Räumen die praktische Erfahrung ihrer Privatisierung und zunehmenden Kontrolle wie auch der sozialen Segregation entgegen. Spricht man dem öffentlichen Raum aber grundsätzlich eine wesentliche Integrationsfunktion zu, stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen dieses Inklusions-Versprechen heute eingelöst wird und werden kann: Was heißt Öffentlichkeit und wie entsteht sie? Warum werden bestimmte Plätze angenommen – und andere nicht? Wer begegnet sich im öffentlichen Raum?

Im Laufe des Abends möchten wir Fragen der Urbanität und Qualität öffentlicher Räume von der theoretischen Ebene auf die der praktischen Gestaltung herunterbrechen. Mit StadtplanerInnen und ArchitektInnen möchten wir die Bedingungen guter Platzgestaltung auch an ausgewählten Beispielen diskutieren. Welches Bild von Öffentlichkeit haben ArchitektInnen und LandschaftsplanerInnen beim Entwurf und bei der Gestaltung öffentlicher Räume? Welche Bedeutung kommt der Forderung nach barrierefreiem Zugang (z.B. für Rollstuhlfahrer und Blinde) zu und inwiefern sind diese mit anderen Aspekten der Stadtplanung und des Städtebaus vermittelt? Schließlich: Wie verhalten sich Ästhetik und Gesellschaft zueinander?

Diavortrag:

  • Problemanalyse öffentlicher Räume in Frankfurt am Main // Carlos Becker (Heinrich-Böll-Stiftung Hessen)

Diskussion mit:

  • Ulrich Berding (Akademischer Rat am Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der  RWTH Aachen)
  • Heike Hambrock (Vorsitzende des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main, Bündnis 90/ Die Grünen)
  • Gabriele Kiefer (Landschaftsarchitektin, Berlin; Institut für Landschaftsarchitektur am Department Architektur der TU Braunschweig und hat den umstrittenen Goethe-Platz in Frankfurt am Main entworfen)
  • Tamara Grcic (Künstlerin, u.a. Arbeit „outside here“ für Rosmarkthoch3 am Goetheplatz)

Café im Kunstverein // Steinernes Haus am Römerberg // Markt 44 // Frankfurt a.M.

>> mehr Informationen HIER

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